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Was das wahre Ziel einer Diskussion ist, weiß niemand so genau. Man kann beobachten, dass stets eine Diskussion eingeleitet wird in dem Bestreben, einen Konsens von verschiedenen Meinungen zu finden. Jedoch wird diese Diskussion zumeist nur dazu genutzt, seine Meinung solange breit zu treten, bis alle Diskussionsteilnehmer keinen Bock mehr haben. Eine Diskussion endet meistens im Streit.

Ratgeber für DiskussionenBearbeiten

Es ist uns allen schon einmal passiert: Schwuppdiwupp steckt man mitten drin in einem Streitgespräch. Gerade unter gebildeten Akademikern versuchen viele Neunmalkluge, das Gespräch mittels eines sokratischen Dialogs zu lösen. Doch lass Dich von derlei Narreteien nicht unterkriegen!

Wie soll man in solch ein Gespräch hineingehen, wenn man nur mit dem Hirn von der Größe einer Walnuss gesegnet ist oder aus anderweitigen Gründen keine logischen Zusammenhänge erkennen kann? Alles kein Problem. Hier kommt der Ratgeber dafür, wie Du auch ohne hieb- und stichfeste Argumente Deine unhaltbaren Hypothesen verteidigen kannst. Auf inhaltliche Bezüge soll hier gar nicht eingegangen werden. Die folgende Argumentationskette ist anwendbar auf alle Themengebieten.

Beispiele statt ArgumenteBearbeiten

Hier ist Erfindungsgeist gefragt. Wenn Du schon diesen Ratgeber durchlesen musst, wirst Du kaum in der Lage sein, mit echten Argumenten umzugehen. Aber das brauchst Du auch gar nicht. Denke immer daran, dass es Millionen anderer Menschen da draußen gibt, denen es genau so geht wie Dir. Sie helfen sich mit einem kleinen Trick: sie geben in Gesprächen immer nur Beispiele an. Diese Beispiele passen immer zum Problem, unterstützen wie durch Zauberhand nur Deine These und lassen es so aussehen, als wärest Du eine kluge Persönlichkeit. Merke zudem: das Beispiel muss nicht stimmen! Baue es einfach in einen wirren Kontext ein, den kein anderer außer Dir verstehen kann, und alles ist in Butter.

Beispiel: Du versuchst, Deinem Gesprächspartner klar zu machen, dass 2 + 2 = 5 ist. Offensichtlich eine unhaltbare These. Als Beispiel gibst Du einen Nachbar von Dir an, der in einem Jahr zwei Meerschweinchen gekauft hat und im nächsten Jahr noch zwei. Und als Du dann in den Käfig geschaut hast, saßen fünf Meerschweinchen im Käfig. Beweisführung abgeschlossen.

Vorschlag: Wenn solche Beispiele Thesen unterstützen sollen, die tatsächlich unhaltbar sind (, weil sie aufgrund Deines mangelnden Intellekts einfach falsch sind,) sollten sie durch eine besonders unterhaltsame Erzählweise auffallen. Verstehst Du? Wenn die Geschichte zum Beispiel sehr spannend ist, vergessen die Streitteilnehmer vielleicht, warum das großer Tobak ist, was Du da erzählst.

Schlagwörter - ein heikles ThemaBearbeiten

Hier musst Du ganz sorgfältig aufpassen. Vielleicht hast Du schon einmal davon gehört, dass man mit der Verwendung von Schlagwörtern ein Gespräch auf seine Seite ziehen kann. Das entspricht in der Theorie erst einmal der Wahrheit.

Doch die Schlagwörter können sehr schnell zu den Geistern werden, die man rief. Wenn Du unvorsichtigerweise ein Schlagwort benutzt hast, das nicht ganz passt, so kann das auffliegen und Dir zum Verhängnis werden. Faustregel: verwende nur dann Schlagwörter, wenn Dir Dein Gegenüber im Intellekt hinterherhinkt.

Wenn Dein Gesprächspartner selbst sehr viele Schlagwörter verwendet, ist die Wahrscheinlichkeir recht hoch, dass Du auch Schlagwörter verwenden kannst, weil Dein Gegenüber schon längst aufgehört hat, sich über die wahre Bedeutung der Wörter Gedanken zu machen. Beispiel: Ein paar von meinen Freunden haben sich über Pornos unterhalten. Da schaltete sich einer ein und meinte: "Ihr seit doch alle verklemmt." Denn er hatte einmal gehört, dass Leute sich Pornos nur angucken, wenn sie verklemmt sind. Ein fataler Fehler. Einer aus der Gruppe drehte sich locker-flockig um und entgegnete: "Wieso sind wir verklemmt? Wir reden drüber und Du kriegst den roten Kopf." Hier ist der Schuss mit dem Schlagwort nach hinten los gegangen. Fazit: Wir gehen davon aus, dass Du keinen hohen Intellekt hast, ansonsten würdest Du dies nicht lesen. Also verwende besser keine Schlagwörter, weil sie Deinem Standpunkt oftmals mehr schaden als helfen können.

Achte darauf, dass Du im Blickfeld bistBearbeiten

Umstehende Beobachter der Diskussion tragen sehr viel zu Sieg oder Niederlage der Streitenden bei. Sie sind die Richter in einem grausamen und gnadenlosen System. Um die Umstehenden gut beeinflussen zu können mit Deinen leeren Worthülsen, musst Du auf jeden Fall ihre Aufmerksamkeit auf Dich lenken. Das schafft man meistens mit wildem Gestikulieren. Wenn Dein Gegenüber auch gestikuliert bei der Diskussion, musst Du einfach noch mehr mit den Armen rudern. Falls Dein Gegenüber ein bewegungsarmer Tor ist, reichen meist einfache Handbewegungen, um die Aufmerksamkeit besser an sich zu binden. Zuviel Gestik wäre dann eher hinderlich.

Der AblaufBearbeiten

Phase 1: Als erstes musst Du klar machen, dass Deine Meinung mit der Meinung des Gegenübers absolut unversträglich ist. Es gibt viel zu viele vor allem linke Althippies, die der Meinung sind, dass wir alle am besten einen Kompromiss finden müssen. Das ist aber nicht in Deinem Sinne. Denn jeder Streit ist Krieg, und Kriege werden nicht durch Waffenstillstand gewonnen!

Beispiel: Du bist der Meinung, Demokratie sollte man mit "Herrschaft des Volkes" übersetzen, und Dein Gegenüber denkt, es heißt "Alle Macht geht vom Volke aus". Offensichtlich redet ihr über denselben Sack Kartoffeln. Falls jemand aber ankommt und Dir das weismachen will, sagst Du einfach, dass er das Thema nicht ganz verstanden hat, weil dieser jemand sich nämlich noch nicht genug in das Thema eingearbeitet hat. Behaupte einfach, dass über dieses Thema schon seit Jahrhunderten gestritten werde, nenne eine Partei, die diese, und eine andere, die jene These unterstützt. Aber denke daran, dass die Partei, die jene These unterstützt, ein Feindbild sein muss (Royalisten eignen sich hier gut, Dein Standpunkt könnte von Humanisten verteidigt werden). Verstehst Du? Es geht nicht mehr um den Inhalt sondern um ganze Bevölkerungsgruppen. Wenn jemand das Problem also herunterspielen will, musst Du es heraufschaukeln. Leicht zu merken.

Phase 2: Du musst klar machen, dass Dein Gesprächspartner Dich persönlich rein gar nicht kennt. Erzähle einfach von irgendetwas, das euch unterscheiden wird. Du solltest zumindest grob wissen, in welche Bevölkerungsgruppen Dein Gegenüber einzuordnen sei, damit er Dich auch wirklich nicht verstehen kann. Auf diese Weise könntest Du selbst aus ausweglosen Situationen ein Remis herbeiführen.

Beispiel: Stell Dir vor, Du sagst: "Du musst auch verstehen, dass ich von einem anderen Blickwinkel an die Sache herangehe, weil ich nämlich Jude bin." Das ist ein super Reißer. Aber wenn Dein Gegenüber auch Jude ist, hast Du verloren. Damit wäre entlarvt, dass Dein Argument gar keines ist (was es ja auch nie sein sollte, aber jetzt ist es enttarnt). Falls so etwas passiert, wird es ganz ganz schwer, Deinen Standpunkt zu verteidigen, weil die Umstehenden schon vermuten werden, dass es Dir gar nicht um die Sache an sich geht.

Noch ein Beispiel: Du versuchst, Dein Gegenüber davon zu überzeugen, dass seit der Euroeinführung alles teurer geworden ist. Falls er widerspricht, behaupte einfach, dass er ganz andere Dinge einkauft als Du. Falls Du im Vorfeld schon gemerkt haben könntest, dass Dein Gegenüber tatsächlich die exakt gleichen Dinge einkauft wie Du, musst Du subtiler an die Sache herangehen. Vielleicht kauft ihr in anderen Städten ein; dann ist Deine Stadt natürlich die teurere und in der Stadt Deines Gesprächspartners herrscht vielleicht gerade per Zufall anderer Wettbewerb.

Phase 3: Mit dieser Phase 3 solltest Du Deinem Gegenüber den Todesstoß für seine argumentative Basis geben. Alles, was Du Dir dafür merken musst, ist folgender kleiner Satz: "Das wirst Du auch noch feststellen."

Wunderbar. Dieser Satz ist total praktisch. Du verweist damit auf die Unterschiede zwischen Dir und Deinem Gesprächspartner aus Phase 2 und sprichst ihm jegliche Kompetenz aus diesen oder jenen Gründen ab. Dann sagst Du ihm aber noch, dass Du Hoffnung hast, dass er eines Tages Deine (unhaltbare) Meinung auch als die Richtige erkennen wird. Du tust damit fast so, als könntest Du die Zukunft vorhersehen, aber das geht schon in Ordnung. Und alles das mit nur einem Satz!!!! Besonders leicht ist es, wenn Du tatsächlich älter bist als Dein Gegenüber. Ansonstes hast Du einen schweren Stand mit diesem Satz, aber auch das kann man irgendwie rumdrehen, wenn Du Phase 2 nur gut genug angegangen bist.

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